Projekte der aktuellen LEADER Förderperiode :

Lehr- und Schaugießerei im industriekulturellen Baudenkmal „Putzhütte“

Lehr- und Schaugießerei im industriekulturellen Baudenkmal „Putzhütte“

Einrichtung eines interaktiven Schulungs- und Aufenthaltsraums in der „Putzhütte“ auf dem Gelände des ehemaligen Klosters Bredelar-Theodorshütte

Im hinteren Gebäudeteil des Putzhauses (lokal wird das Gebäude seit Generationen als „Putzhütte“ bezeichnet) befindet sich eine ehemalige Wohnung, die als Schulungs-/Aufenthaltsraum hergerichtet werden soll. Dafür müssen Wände, Fenster, Fußböden, Treppe und Elektro- und Sanitärinstallation renoviert werden. Es ist geplant, die bestehende Trennwand zur Gießhalle durch Panoramafenster zu öffnen, damit vom Schulungs-/Aufenthaltsraum im 1. OG aus der Gießprozess beobachtet und erläutert werden kann.

Diese regelrechte „Über-Sicht“ ist zur Realisierung des interaktiven Vermittlungsansatzes (s. S. 3) von zentraler Bedeutung. Im Schulungs-/Aufenthaltsraum soll moderne Informationstechnik eingebaut werden (Whiteboard, Beamer, Laptop, Lautsprecheranlage). Außerdem muss die Möblierung angeschafft werden. Dazu gehören auch Spinde und Schutzkleidung für die Gießer und Kursteilnehmer.

Ziel des Projektes

Ziel des Projektes ist die Wiederherstellung und Erweiterung von Bildungs- und Informationsangeboten in der Lehr- und Schaugießerei, die im Industriekultur-Baudenkmal „Putzhütte“ auf dem Gelände des ehemaligen Klosters Bredelar untergebracht ist. Das Kloster wurde 1170 gegründet und nach seiner Aufhe-bung (1804) einer kuriosen Umnutzung zugeführt: Der neue Besitzer richtete in der ehemaligen Abteikirche eine  Eisenhütte ein, die sukzessiv bis 1876 zu einer Gießerei umgebaut und bis 1931 betrieben wurde.

Von 2004 bis 2007 konnte an dieses bedeutsame industriekulturelle Erbe inso-fern aktiv angeknüpft werden, dass in der Putzhütte eine Lehr- und Schaugie-ßerei entstand. Aufgrund festgestellter Mängel an der Bausubstanz musste das Gebäude auf Anordnung der Baubehörde gesperrt und der Lehrbetrieb einge-stellt werden. Inzwischen ist die Instandsetzung des Daches und des Mauer-werks durch Fördermittel der NRW-Stiftung und des Denkmalschutzprogramms V des Bundes angelaufen. Im zweiten Bauabschnitt ab Mitte 2017 soll ein Schu-lungs- bzw. Vortragsraum in einem stark sanierungsbedürftigen Gebäudeteil eingerichtet werden. Zielgruppen sind vor allem Schulklassen (z. B. Geopark-schulen), Studierende an Hochschulen (Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur), VHS-Kursteilnehmer, interessierte Gruppen aus Touristik und Bevölkerung. Für diese Zielgruppen wurden bereits an diesem außerschulischen Lernort Workshops und Vorführungen veranstaltet. Seit 2007 konnte diesbe-züglichen Anfragen leider nicht mehr entsprochen werden. Angefragt wurde auch die zeitweilige Nutzung durch Künstler als Atelier (Artists in residence). Die Infrastruktur für das praktische Lehrangebot ist bereits gesichert (vollständig vorhandene Gießereiausstattung). Für den Wissenstransfer zwischen Alt und Jung setzen sich Gießereifachleute ein. Allerdings fehlt für diese angewandte Bildungsarbeit ein geeigneter Schulungsraum.

Um nicht zuletzt in Anbetracht der industriehistorischen Kulisse der Theodors-hütte einen authentischen Beitrag zum Erhalt des regional gewachsenen, tradi-tionellen Gießereihandwerks zu leisten und das Interesse bei jungen Menschen für dieses vielseitige, gefragte Handwerk zu wecken, soll das Bildungsangebot innovativ aufgewertet werden. Damit lässt sich zum einen die für die Genese dieser Region bedeutsame Montanindustrie in Form von angewandten Bil-dungsprozessen (Verbindung von Theorie und Praxis) adäquat vermitteln und somit wach halten; zum anderen wird vor dem Hintergrund der industriekul-turellen Bedeutung die touristische Attraktion dieses ehemaligen montanindus-triellen Zentrums (vgl. Geographische Kommission für Westfalen) ansteigen und infolge dessen zu einer nachhaltigen Aufwertung sowohl der früheren Klo-steranlage als auch des lokalen sowie regionalen Umfeldes beitragen.

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